Schutzdienstseminar mit Holger Neuenhüskes und Gerhard Wenzel am 3./4.6.2017

 

Nichts alleine – nichts ohne Leine ...

 

... das Motto, unter dem unser diesjähriger Schutzdienstworkshop stand. War in 2016 schon „Aller Anfang ist geil“ kann man für 2017 nur attestieren „Besser geht immer!“

 

In diesem Jahr außer Holger Neuenhüskes mit für uns am Start Gerhard Wenzel, der uns nicht nur im Schutzdienst, sondern auch in Unterordnungsfragen neue, interessante Impulse gab.

Bei strahlendem Sonnenschein und hundegerechten Temperaturen starteten wir wie immer am frühen Samstagmorgen mit einem tollen Frühstück, bei dem natürlich Günther´s berühmte Rühreier nicht fehlen durften. Danach eine sehr intensive Vorstellungsrunde, in der die Hundeführer ihre Ziele für die beiden Tage erläuterten und in dem Kontext bereits mit ein wenig Theorie eingestimmt wurden.

Wir lernten das Prinzip „Engelchen und Teufelchen“ auf der Schulter, in diesem Fall Herrn Pawlow auf der einen Schulter, Herrn Skinner auf der anderen – oder besser gesagt, den Unterschied zwischen klassischer und operanter Konditionierung. Zwei Prinzipien, die man kennen muss, um moderne Hundeausbildung anzuwenden. Dies wurde dann auch prompt an tapferen Hundeführern oder dem Vorführhund namens „Mikado“  demonstriert.

Auch wichtig: Wenn man an einem Problem arbeiten möchte, muss man die Übungen auf das Problem reduzieren.

So vorbereitet ging es dann endlich auf den Platz. Nach dem Prinzip „nichts alleine – nichts ohne Leine“ bekam jeder Hundeführer immer einen Trainingspartner, der ihn an der Leine unterstützte. Vormachen und Zuschauen, nachmachen und festigen, so lautete die Arbeit für die nächsten 2 Tage.

Die eine Folge: Wir waren permanent im Modus „moderne Hundeausbildung“, sei es als Hundeführer oder als Trainingspartner. Die andere Folge: Wir haben noch nie so viel gelernt wie in diesen beiden Tagen. Es ist noch mal ein ganz anderer Blickwinkel, einen Hundeführer zu unterstützen als selber Hundeführer zu sein. Und das beste dabei? Wir hatten viel zu lachen, aber nicht übereinander, sondern miteinander. Alle haben Fehler gemacht, aber keiner fühlte sich „blamiert“, denn nur aus Fehlern kann man lernen.

Die Arbeit war so intensiv, dass wir uns am Samstag keine Zeit für eine Mittagpause nahmen und uns stattdessen zwischendurch einen Riesenburger gönnten, den Rosi als Selbstbedienungsbuffet vorbereitet hatte. Am späten Nachmittag noch ein oder auch mal zwei Eis als legales Doping, um den dritten Durchgang noch professionell zu absolvieren. Dann war es geschafft.

Unser Grillmeister Wolfgang hatte schon vorgeglüht, Rosi hatten das Buffet schon vorbereitet, so dass wir nahtlos in den gemütlichen Teil starten konnten, der dann nach einem langen Tag bei dem ein oder anderen Bierchen gegen 21.30 Uhr endete.

Weniger als 9 Stunden später klingelte für die Meisten bereits wieder der Wecker. „Same Procedere as yesterday“ – schneller Kaffee, Klamotten packen, Hund ins Auto – Richterich, wir kommen. Nach dem Frühstück ein kurzer Test, ob die Theorie noch sitzt – dann ging es direkt zur Praxisarbeit auf den Platz. Die Aufgabe für den 2. Tag bestand im Festigen der erlernten Methoden, egal ob als Hundeführer oder als Trainingspartner.

Scheinbar hatten sich bei allen Zwei- und Vierbeiner die Lektionen des ersten Tages über Nacht gefestigt, so dass die Fortschritte direkt im ersten Durchgang zu erkennen waren. Unsere Ausbilder zogen sich im Laufe des Tages aus der aktiven Unterstützung der Hundeführer an der Leine immer weiter zurück und überließen den jeweiligen Vereinskolleginnen und  -kollegen die Unterstützungsarbeit an der Leine. Eine wichtige Grundlage, um die Arbeit auch nach dem Workshop im normalen Prüfungsbetrieb erfolgreich fortzusetzen.

Weitere drei Durchgänge für jedes Team und am Ende des Tages für jedes Team schöne Erfolgserlebnisse, die am Ende nochmal durchgesprochen wurden.

Außerhalb der Arbeit auf dem Platz war auch jede Menge los. Kleine Kinder, kleine Hunde, lieber Besuch machten den Workshop so nebenbei auch zu einem schönen Frühsommerfest bei wundervollem Wetter und guter Laune.

Kein sportlicher Erfolg ohne die fleißigen Hände, die uns im Hintergrund bewirten, betreuen und uns den Rücken freihalten. Wir bedanken uns bei Rosita und Bärbel für die wundervolle Bewirtung. Es war wie immer top!

Jetzt wird fleißig geübt und gefestigt. Schließlich haben wir gelernt, dass der Hund ca. 80 – 120 Wiederholungen braucht und der ein oder andere Hundeführer wahrscheinlich auch. Und parallel dazu planen wir einen Gegenbesuch, auch ohne „Motivationsloch“ – so viel ist sicher.